USS Gerald R. Ford

USS Gerald R. Ford (CVN-78) ist der erste Flugzeugträger

der neuen Gerald-R.-Ford-Klasse

 

Die Gerald-R.-Ford-Klasse ist ein Entwicklungsprojekt der Streitkräfte der Vereinigten Staaten für die kommende Generation von Flugzeugträgern. Die neu entwickelten Träger sollen die Flugzeugträger der heutigen Nimitz-Klasse ersetzen. Vor der Bekanntgabe der offiziellen Bezeichnung wurde das Projekt als CVN-21-Programm und CVN-X geführt, jeweils nach der Kennung für nuklear getriebene Flugzeugträger „CVN“. Im Haushaltsjahr 2009 sah die Finanzplanung der Vereinigten Staaten für das Programm in den Jahren 1997 bis 2013 aufsummierte Entwicklungs- und Baukosten von 22,4 Milliarden US-Dollar vor.

Namensnennung

Die Entscheidung, den neuen Träger USS Gerald R. Ford zu benennen, wurde wesentlich vom US-Kongress beeinflusst. Virginias Senator John Warner brachte einen Zusatz zum National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2007 ein, der genau dies vorschlug. Der Kongress stimmte zu, George W. Bushbestätigte die Entscheidung mit seiner Unterschrift am 17. Oktober 2006. Allerdings hieß es dort lediglich “is the sense of Congress that … CVN-78 should be named the U.S.S. Gerald R. Ford”. Dieses “should” (zu deutsch „sollte“) weist darauf hin, dass die alleinige Verantwortung für die Benennung von Schiffen beim United States Secretary of the Navy, zu diesem Zeitpunkt Donald C. Winter, liegt.

Am 3. Januar 2007, wenige Tage nach Fords Tod, kündigte der frühere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld an, dass die Entscheidung für die Benennung nach Ford gefallen sei. Die Navy selbst bestätigte dies offiziell am 16. Januar 2007.

Die USS Gerald R. Ford (CVN-78) wurde am 9. November 2013 getauft, und wurde am 22. Juli 2017 in Dienst gestellt.

USS_Gerald_R._Ford_(CVN-78)

Spezifikationen der Gerald-R.-Ford-Klasse

 

Der äußere Schiffsrumpf wird baugleich mit dem der Nimitz-Klasse sein. Die Träger werden 332,8 Meter lang und 40,8 Meter breit sein. Das Flugdeck wird eine Breite von 78 Metern haben. Das Schiffsinnere und die Aufbauten werden sich jedoch deutlich unterscheiden und den technischen Fortschritt seit der Entwicklung der USS Nimitz (CVN-68) berücksichtigen. Einige Neuerungen werden bereits auf der USS George H. W. Bush (CVN-77) zu Testzwecken eingeführt. Die neue Klasse soll im Hinblick auf Modularbauweise optimal konfiguriert sein, um auch künftige Technologien integrieren zu können.

Die Schiffe werden nuklear angetrieben, die Reaktoren des neuen Typs A1B sollen kosteneffizienter sein. Die damit auf dem Schiff produzierte elektrische Leistung soll mindestens das zweieinhalbfache der Nimitz-Klasse erreichen.

Verbesserte Tarnkappentechnik soll die Radarsignatur des Trägers reduzieren. Außerdem werden Betriebsabläufe an Bord verstärkt automatisiert, um eine Verringerung der Besatzungsstärke um etwa 30 Prozent zu ermöglichen und dadurch zu einer erheblichen Kostensenkung des Träger-Betriebes beizutragen.

Die Träger der Gerald-Ford-Klasse werden voraussichtlich die bereits auf anderen Trägern der United States Navy eingesetzten Flugzeuge der Typen McDonnell Douglas F/A-18 „Super Hornet“, Boeing EA-18 „Growler“ und Grumman E-2 „Hawkeye“, sowie die neue Lockheed Martin F-35 „Lightning II“ tragen. Erstmals werden die Flugzeugkatapulte nicht mehr, wie bisher, dampfgetrieben sein, sondern einen elektromagnetischen Antrieb (Electromagnetic Aircraft Launch System, Abk. EMALS) besitzen, der die Startrate erhöhen und Verschleiß und Wartung minimieren soll. Das Government Accountability Office bezweifelte 2009 allerdings, dass das elektromagnetische Flugzeugkatapult des Schiffs entsprechend dem Zeit- und Kostenplan fertiggestellt werden kann. Am 16. Dezember 2010 wurde die erste F/A-18E Super Hornet in Lakehurst mittels eines EMALS gestartet. Der Test verlief erfolgreich.

Ein überarbeitetes und damit optimiertes Flugdeck soll eine um 15 Prozent gesteigerte Einsatzrate ermöglichen. Dies wird durch eine durchdachtere Logistik zur Beladung und Betankung der Flugzeuge sowie durch eine Überarbeitung der Konstruktion des Kommandoturms („Insel“ genannt) und dessen Position auf dem Träger erreicht. Zudem werden nur noch drei − anstatt bisher vier − Aufzüge eingebaut, die aber wesentlich schneller und effizienter arbeiten.

Zur Selbstverteidigung sind folgende Systeme geplant: Phalanx Block 1B, RIM-116 Rolling Airframe Missile, RIM-162 Evolved Sea Sparrow Missile, AN/SLQ-32(V)4 und AN/SLQ-25 Nixie. Als primärer Radarkomplex dient ein modifiziertes „Dual Band Radar“ (DBR) von Raytheon, das auch bei der Zumwalt-Klasse zum Einsatz kommt. Es besteht aus zwei Radarsystemen mit unterschiedlichen Aufgaben und Frequenzbereichen. Diese wiederum bestehen aus je drei AESA-Antennen mit einem Durchmesser von 2,44 bzw. 3,96 Metern, die an der Insel fest angebracht sind und jeweils ein Drittel des Luftraumes überwachen.

Die Schiffe der Gerald-R.-Ford-Klasse werden außerdem ein neues passives Schutzsystem erhalten. Es wird als „dynamic armor“ (dynamische Panzerung) bezeichnet und soll kritische Teile (z. B. Magazine und Treibstofflager) vor Hohlladungs-Gefechtsköpfen schützen.[2] Es basiert auf zwei Platten, welche unterschiedlich geladen sind und einige Zentimeter voneinander entfernt sind. Über Kondensatoren wird eine genügend große elektrische Energie gespeichert. Stellt nun der Metallstachel (meist Kupfer) aus dem Hohlladungs-Gefechtskopf eine elektrische Verbindung her, so bewirkt der zwischen den beiden Platten fließende Strom ein sofortiges Verdampfen des Strahls, was somit die Wirkung derartiger Waffen minimiert.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

©Fotos v.o.n.u.v.l.n.r.: U.S. Navy