Rumpfaufbau

Rumpf & Deckaufteilung

Rumpfaufbau (Maße)

Die Schiffe der Nimitz-Klasse sind an der Wasserlinie 317 Meter lang, der Rumpf ist 40,8 Meter breit. Da sich das Flugdeck über den Rumpf hinaus spannt, messen die Träger an ihrer breitesten Stelle 76,8 Meter, die Länge über alles, also inklusive Flugdeck, liegt bei 333 Metern.

Der Tiefgang beträgt voll beladen rund 12,5 Meter. Mit einer Verdrängung von mehr als 97.000 tn.l. sind die Einheiten die größten Kriegsschiffe der Welt. Der Rumpf ist ebenso wie die Aufbauten komplett aus Stahl gefertigt.

Sämtliche Rumpfteile, die sich bei Fahrt unter Wasser befinden und damit der Gefahr von Torpedotreffern ausgesetzt sind, bestehen aus einer doppelten Bordwand mit Freiräumen zwischen den Stahlschichten, um möglichst viel von der Druckwelle eines explodierenden Sprengkopfes zu absorbieren.

Darüber besteht der Rumpf aus einfachem Stahl, der mit Kevlar gepanzert ist. Über dem Flugdeck liegt lediglich noch das Deckshaus, genannt Insel, das sich im hinteren Drittel an Steuerbord befindet.

Bei der letzten Einheit, George H. W. Bush, sind viele Kanten, unter anderem die des Flugdecks, abgerundet, um die Radarrückstrahlfläche des Trägers zu reduzieren. Zur Verringerung des Wasserwiderstandes besitzen die beiden letzten Träger (neben der Bush also auch die Ronald Reagan) außerdem einen Wulstbug.

Ganz unten im Rumpf sind außer den beiden Reaktoren auch die Maschinenanlagen sowie zahlreiche Munitions- und Treibstoffbunker installiert. Dies bietet einerseits den Vorteil, dass der betreffende Rumpfteil immer von Wasser umflutet und damit für Seezielflugkörper nicht direkt erreichbar ist. Andererseits nimmt auch die Stabilität der Schiffe zu, da Topplastigkeit vermieden wird.

Decksaufteilung

Auf Trägern gibt es ein spezielles Schema für die Decksbenennung. Die über den Maschinenräumen liegenden Decks werden bis zum Hangar heruntergezählt. Von unten folgen das Fourth Deck, auf dem sich unter anderem die Hilfsmaschinen befinden, das Third Deck, das neben weiteren Maschinenräumen Kombüse und Aufenthaltsräume sowie die medizinischen Einrichtungen beherbergt, und das Second Deck, auf dem unter anderem Werkstätten und Büros sowie die Messen untergebracht sind.

Die Wasserlinie verläuft im Einsatz zwischen Third und Second Deck. Darüber schließt sich das Main Hangar Deck an, das den gesamten Mittelteil des Schiffes in Anspruch nimmt. Lediglich in den Überhängen zum Flugdeck befinden sich neben dem Hangar noch weitere Räumlichkeiten. Auf dem Main Deck liegen dort die Betankungsanlagen und weitere Werkstätten.

Rumpfaufbau - Schnitt Aircraft Carrier Bugteil

Über dem Hangar, der drei Decks einnimmt, werden die Decks nun hochgezählt. Es folgt das 01 Deck mit weiteren Lagern und Werkstätten, das 02 Deck mit sämtlichen Räumen für den Flaggoffizier und seinen Stab sowie das Gallery Deck (03), das wieder durchgehend die gesamte Breite einnimmt.

Hier sind unter anderem die Staffelräume für Aufenthalt und Briefings des fliegenden Personals sowie wiederum Lager und Werkstätten beheimatet. Außerdem befindet sich hier das Combat Information Center, die Operationszentrale des Schiffs, sowie weitere Kontrollstationen etwa für die Aufklärungsdaten. Die Quartiere der Besatzung sind über das gesamte Schiff verteilt.

Rumpfaufbau - Schnitt-Aircraft-Carrier Mittelteil

Flugdeck & Hangar

Das Flugdeck ist 333 Meter lang und an seiner breitesten Stelle 76 Meter breit, die Gesamtfläche beträgt 18.000 m². Es ist als Winkelflugdeck angelegt, das heißt, es besitzt neben einer Startbahn entlang der Mittelachse des Schiffs über den Bug eine weitere Start- und Landebahn, die zur Längsachse um 9° 3′ nach links abgewinkelt ist.

Dadurch können gleichzeitig Flugzeuge über den Bug starten und auf dem Winkeldeck starten und landen. Jeder Träger besitzt vier dampfgetriebene Flugzeugkatapulte, je zwei für die abgewinkelte Start- und Landebahn und die Startbahn über den Bug. Die Katapulte sind von Steuerbord aus von 1 bis 4 durchnummeriert.

Die Katapulte werden aus zwei Integrated Catapult Control Stations gesteuert. Diese ICCS sind in das Flugdeck eingelassene, versenkbare Kapseln, die auf den Trägern der Klasse erstmals eingesetzt wurden.

Rumpfaufbau - Startbetrieb-Aircraft- Carrier

Quer über die Landebahn sind vier Fangseile gespannt, in die der landende Pilot mit einem am Heck seines Flugzeugs angebrachten Fanghaken einhaken muss, um das Flugzeug auf höchstens 120 Metern zum Stehen zu bringen. Damit der Träger, besonders in Multi-Carrier-Verbänden, aus der Luft identifiziert werden kann, ist die Kennnummer im Bugbereich großformatig auf dem Flugdeck angebracht. Die abgewinkelte Landebahn ist ebenfalls markiert.

Der Hangar hat eine Länge von 208 Metern, ist 33 Meter breit und drei Decks, also 7,6 Meter hoch. Er ist ein einziger Raum, kann aber durch drei Schiebeflügeltüren unterteilt werden, was unter anderem hilft, mögliche Brände einzudämmen. Achtern des Hangars sind Werkstätten und Teststände für die Triebwerke eingerichtet, vor dem Hangar befinden sich die Back, in der sich unter anderem die Ankerspillen für die beiden jeweils 30 Tonnen schweren Anker und die je 140 Tonnen schweren, 330 Meter langen Ankerketten befinden.

Rumpfaufbau - Schnitt-Aircraft-Carrier Heckteil

Im Hangar können maximal 50 bis 60 Flugzeuge untergebracht werden, weshalb auf einer Einsatzfahrt oft auch Flugzeuge an Deck geparkt werden müssen. Mit dem Flugdeck ist der Hangar über vier Aufzüge verbunden. Deren Öffnungen lassen bei gutem Wetter Tageslicht in den Hangar, bei Regen oder Wind werden sie geschlossen.

Die Aufzüge – es befinden sich zwei an Steuerbord vor der Insel und einer dahinter sowie ein weiterer an Backbord auf Höhe des achternen Steuerbordaufzugs – sind komplett aus Aluminium gefertigt, um Gewicht einzusparen und die Nutzlast zu erhöhen.

Insel des Flugzeugträgers

Die Insel ist das einzige Deckshaus und die einzige wesentliche Struktur, die sich über das Flugdeck erhebt. Außerdem dient die Insel als Boden für den Antennenwald: Ein Großteil der Elektronik ist auf ihr installiert, da sie so dem Flugbetrieb nicht im Weg ist und zusätzlich den höchsten möglichen Standort bekommt. Die Insel ist bezüglich ihrer Höhe über der Wasseroberfläche etwa mit einem 23-stöckigen Hochhaus zu vergleichen.

In der Insel wird die numerische Decksbenennung von der Hangarebene an aufwärts weitergeführt. Das 08 Deck ist die Brücke des Verbandsführers, also des Admirals, der das Kommando über die gesamte Kampfgruppe innehat.

Darüber befindet sich die nautische Brücke, auf der der Kommandant des Flugzeugträgers sitzt und die Bewegungen seines Schiffes kontrolliert. Ebenso befinden sich hier der Kartentisch zur Navigation und der Ruderstand. Wiederum darüber auf dem 10 Deck, also sieben Stockwerke über dem Flugdeck, befindet sich die Hauptflugkontrolle, auf der der „Air Boss“ das Kommando hat.

Von hier aus hat die Besatzung die beste Aussicht über das Flugdeck, hier werden Starts und Landungen sowie Flugzeugbewegungen im Luftraum um den Träger koordiniert. Außerdem liegt auf dieser Ebene der „Geierhorst“, eine Freiluftterrasse mit freiem Blick auf das gesamte Flugdeck. Im Rahmen der Halbzeitüberholung wird die Höhe der Insel um zwei Stockwerke verkleinert, dies geschieht ebenfalls aus Gründen der Tarnung, da sie so weniger Rückstrahlfläche bietet. Auch die Insel ist beidseitig mit der beleuchtbaren Kennnummer markiert.

Rumpfaufbau - Insel auf Aircraft Carrier

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

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