Elektronikausstattung

Elektronikausstattung der Nimitzklasse

 

Ortungselektronik

Jede Einheit der Nimitz-Klasse besitzt in seiner Elektronikausstattung mehrere Radaranlagen. Als Luftsuchradar von Beginn an auf jeder Einheit vorhanden ist das 3D-Radar SPS-48E, das sich auf der Insel befindet. Das SPS-48 wird von ITT-Gilfillan gefertigt und besitzt eine Reichweite bis zu 230 Seemeilen.

Dieses System dient unter anderem auch zur Zieldatenversorgung der Raketen. Als 2D-Luftsuchradar besaßen die ersten beiden Einheiten zu Beginn ein SPS-43A von Hughes und Westinghouse mit einer Reichweite von 200 Seemeilen. Dieses wurde bald ersetzt durch das auf den restlichen Einheiten standardmäßig eingebaute SPS-49(V)5 von Raytheon, das eine um 50 Meilen verbesserte Reichweite hat.

Elektronikausstattung - Sea_Sparrow_Mark_91_FCS

Des Weiteren ist ein Suchradar vom Typ Mk 23 TAS vorhanden, welches Ziele für die Sea Sparrow-Lenkwaffen im Nahbereich erfasst. Dieses wird im Zuge von Modernisierungen jedoch schrittweise durch das AN/SPQ-9B ersetzt.

Ab Werk ist das SPS-49 im Gegensatz zu allen weiteren Anlagen auf einem eigenen Mast achtern der Insel installiert. Erst im Zuge der Refueling and Complex Overhauls wird das System auf die Insel verlegt, um mehr freie Decksfläche zu schaffen.

Der Mast war nötig, um Interdependenzen zwischen den Anlagen zu vermeiden. Der neue Aufbau der Insel, den die letzten beiden Träger von Beginn an besitzen, vermeidet diese Probleme.

Zur Oberflächen-Zielsuche und Navigation besaßen die ersten drei Einheiten ein SPS-10F von Raytheon, dieses wurde aber bald durch die später serienmäßig verwendete Kombination aus SPS-64 und SPS-67(V) ersetzt. Die Reichweite liegt bei rund 50 Seemeilen.

Sonstige Elektronikausstattung

Sowohl die Sea Sparrow als auch die ESSM sind halbaktiv-radargesteuerte Lenkwaffen, besitzen also kein eigenes aktives Radar, sondern fliegen das Ziel an, welches von einem anderen Radargerät „beleuchtet“ wird. Damit sind sie auf ein Feuerleitradar angewiesen, das das Ziel auch nach dem Start kontinuierlich beleuchtet. Dafür besitzt jeder Träger der Klasse das Mark-91-Feuerleitsystem. Hauptbestandteile sind die drei SPS-65-Radarbeleuchter.

Zur Langstreckenkommunikation, Text- und Bildempfang von Satellitendaten sowie Aufklärungs- oder Fernsehsignalen besitzt jeder Träger das Challenge-Athena-System. Es wurde entwickelt, nachdem die Navy im Zweiten Golfkrieg nicht einmal in der Lage war, die täglich ausgestellten Luft-Einsatzpläne, genannt Air Tasking Orders, zu empfangen, sondern diese einfliegen lassen musste. Ab 1992 wurde das System zuerst auf der Washington erprobt und später an allen Trägern der Klasse installiert.

Die unter einem Radom verborgene Antenne befindet sich an der Backbord-Deckskante am Heck. Zusätzlich existieren Antennen für Bord-zu-Bord-Funk. An den Deckskanten gibt es mehrere Kurz- und Ultrakurzwellenantennen, die bei Flugbetrieb nach unten weggeklappt werden können. Zur verbesserten Kommunikation mit eigenen Flugzeugen und Begleitschiffen wurde inzwischen auf allen Schiffen das CEC-System nachgerüstet. Gegenüber älteren Anlagen zeichnet es sich durch eine deutlich höhere Datenrate und Störfestigkeit aus. Außerdem ermöglicht es eine wesentlich bessere Vernetzung von Sensoren und Waffensystemen innerhalb der Kampfgruppe.

Elektronikausstattung - CVN68_SLQ

Um die Crew während eines Gefechtes zu entlasten, wurden fast alle Träger mit dem Advanced Combat Direction System ausgerüstet. Hierbei handelt es sich um ein computerbasiertes Führungssystem, das Kontakte autonom identifizieren, verfolgen und gegebenenfalls angreifen kann. Daten und Befehle können auch automatisch an Begleitschiffe weitergegeben werden. Seit der Ronald Reagan wird allerdings das modernere und leistungsfähigere Ship Self Defense System in der Ausführung Mk-2 verbaut. Alle älteren Träger werden während ihrer RCOH-Modernisierungsphase mit dem neuen System ausgerüstet.

Zur elektronischen Kampfführung besitzt jeder Träger der Klasse die speziell für Flugzeugträger entwickelte Version (V)4 des SLQ-32-Systems. Dazu gehören auch Werfer für SRBOC, also für Düppel zur Ablenkung von radar- und Flare zur Täuschung von infrarotgelenkten Raketen. Torpedos können von zwei nachgeschleppten Ködern SLQ-25 Nixie vom Schiff abgelenkt werden.

Um Flugbetrieb durchführen zu können, benötigt jeder Träger außerdem Nahbereichsradare, die den Flugverkehr und besonders landende und startende Fluggeräte überwachen. Für den Anflug wird hierzu ein SPN-43 in Kombination mit dem SPN-44 verwendet, die komplett redundant ausgelegt sind. Diese liefern exakte Azimutdaten sowie die absolute und relative Geschwindigkeit von anfliegenden Fluggeräten. Der Endanflug inklusive Landung kann mittels des älteren SPN-42 oder des moderneren SPN-46 auch komplett automatisch durchgeführt werden. Dieser Modus wird nur selten verwendet, kann aber bei Ausfall von Bordsystemen wichtig sein.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

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