Einsatzprofil

Einsatzprofil & Einsatzgrundlagen

 

Einsatzgrundlagen

Von den zehn Trägern der Klasse sind im Dezember 2010 sechs im Pazifik und drei im Atlantik stationiert, einer liegt zur Halbzeit-Überholung in der Werft. Während alle Atlantik-Einheiten (Dwight D. Eisenhower, Harry S. Truman, George H. W. Bush) in der Naval Station Norfolk liegen, sind die Pazifik-Schiffe auf vier Basen, die Naval Station Everett (Abraham Lincoln), die Naval Base San Diego (Ronald Reagan, Carl Vinson) und die Naval Base Kitsap (John C. Stennis), verteilt. Die George Washington ist in Yokosuka, Japan stationiert, die Theodore Roosevelt liegt zur Überholung in ihrer Bauwerft.

2011 wird auch die Nimitz überholt und danach von San Diego in die NS Everett verlegt. Die Navy plant aus Sicherheitsgründen außerdem, einen der Atlantik-Träger aus Norfolk in die Naval Station Mayport zu verlegen.
Die totalen Kosten für Betrieb und Unterstützung eines Trägers der Nimitz-Klasse nach dem Dollar-Wert von 1997 belaufen sich über die gesamte Dienstzeit auf fast 15 Milliarden Dollar.

Bei der angenommenen 50-jährigen Dienstzeit kostet der Betrieb eines Trägers pro Jahr damit knapp 300 Millionen Dollar. Eingerechnet werden hierbei neben den Personal- auch die Trainings-, Treibstoff-, Unterhalts- und Modernisierungskosten, nicht aber die Kosten für die RCOH und den Kernbrennstoff.

Inklusive RCOH, Bau und Entsorgung kostet ein Träger den amerikanischen Steuerzahler insgesamt rund 22 Milliarden Dollar oder 444 Millionen Dollar pro Jahr.

Hierbei variieren die Kosten stark zwischen Hafenliegezeiten und Einsätzen. Während der Betrieb inklusive Sold im Hafen rund 250.000 Dollar pro Tag kostet, liegt der Satz pro Tag auf See bei rund 2,5 Millionen Dollar.

Einsatzprofil

Flugzeugträger im Allgemeinen sind für die Vereinigten Staaten das Mittel der Wahl, um militärische Präsenz auch weit entfernt des heimischen Kontinents zeigen zu können. Somit sind sie entscheidend für die Sicherung amerikanischer Interessen im Ausland. Der ehemalige Verteidigungsminister William Cohen sagte über die Flugzeugträger: “If you don’t have that forward deployed presence, you have less of a voice, less of an influence” (deutsch: „Wenn man diese vorgeschobene Präsenz nicht hat, hat man auch weniger Gewicht, weniger Einfluss“). Mit Flugzeugträgern kann die US Navy demnach vor jeder Küste eine Drohkulisse aufbauen, die mit ihrem Wirkungskreis weit in das Zielland hineinreicht, um die Interessen der USA durchzusetzen, ohne auf andere Staaten in der Region angewiesen zu sein, die ihr Territorium für Truppenaufmärsche oder Zwischenlandungen zur Verfügung stellen müssten.

Dies gilt umso mehr für die nukleargetriebenen Nimitz-Träger, da diese weniger auf Versorgung mit Treibstoff und damit auf Marinebasen angewiesen sind. Sie dienen damit als modernes, global verwendbares Pendant zur Kanonenbootpolitik des 19. Jahrhunderts. Die Drohkulisse wirkt umso stärker, da die Kampfgruppe besser ausgerüstet ist als die gesamte Marine kleinerer Staaten und der Air Wing mancher nationalen Luftwaffe überlegen ist. Auch seerechtlich können solche Staaten nichts gegen die Kampfgruppe vor ihrer Küste unternehmen, befindet sie sich doch in internationalen Gewässern.

Flugzeugträger werden ausschließlich innerhalb einer Kampfgruppe, genannt Carrier Strike Group, eingesetzt. In dieser fahren als Eskorte ein Mix aus drei bis fünf Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse oder Kreuzern der Ticonderoga-Klasse, eine Fregatte der Oliver-Hazard-Perry-Klasse sowie zwei Atom-U-Boote und ein Trossschiff zur Versorgung des Trägers mit Flugbenzin und der konventionell angetriebenen Begleitschiffe mit Treibstoff. Die Begleitschiffe sichern ihren Träger gegen Angriffe aus der Luft oder zu Wasser und sind außerdem in der Lage, Marschflugkörper für vorbereitende Angriffe abzufeuern, etwa um die feindliche Luftabwehr zu schwächen, bevor die Flugzeuge zu Flächenbombardements aufsteigen.

Früh aufgegeben haben die Vereinigten Staaten das Konzept von komplett atomgetriebenen Kampfgruppen, die neben Träger und U-Boot aus zwei bis drei Atomkreuzern bestanden. Für eine Umsetzung des in der Operation Sea Orbit erprobten Konzepts fehlte jedoch die notwendige Anzahl von Kreuzern. Diese Gruppen wären für schnelle Verlegungen optimal geeignet gewesen, da sie auch längste Strecken auf voller Kraft hätten laufen können, ohne am Zielort sofort bunkern zu müssen. Die heute eingesetzten Eskorten haben ohne nachzutanken eine Reichweite von unter 5000 Seemeilen, was etwa einer Fahrt von der US-Ostküste ins Mittelmeer entspricht.

Anmerkungen

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