Bauphase der Träger

Bauphase der Nimitz Klasse

 

Alle Träger wurden im größten Trockendock des amerikanischen Kontinentes gebaut, dem 670 Meter langen Trockendock 12 von Newport News Shipbuilding. Dabei kann das Dock zweigeteilt werden, wodurch im vorderen Teil ein weiteres Schiff gefertigt werden kann. Die Bauphase eines Trägers der Klasse beginnt bereits einige Monate vor der Kiellegung mit dem Setzen der Beton- und Holzblöcke, auf die der Kiel aufgesetzt wird, sowie dem Zuschnitt erster Metallteile. Nach der Kiellegung bleiben der Werft rund 33 Monate, bis das Schiff „vom Stapel laufen“ wird. Allerdings schlittern die Träger während der Bauphase nicht mehr tatsächlich über die Helling ins Wasser, wie der traditionelle Begriff des Stapellaufs nahelegt. Stattdessen wird das Trockendock geflutet, wodurch das Schiff aufschwimmt.

Die Träger werden in Modulbauweise gefertigt. Das bedeutet, dass ganze Sektionen längs des Trockendocks zusammengeschweißt und so weit wie möglich mit allen Rohrleitungen und ähnlichem ausgestattet werden. Dieses ursprünglich von Litton-Ingalls entwickelte Verfahren beschleunigt viele Arbeiten, da sie nicht in der Enge des bereits fertigen Rumpfes durchgeführt werden müssen. Von Portalkränen werden die Module, „Superlifts“ genannt, dann ins Trockendock gehoben und dort verschweißt. Diese Module wiegen, wie zum Beispiel der Bug, über 700 Tonnen. Insgesamt wird ein Träger aus rund einhundert dieser Superlifts zusammengesetzt. Zu den größten Teilen gehören der Bugbereich und das „Insel“ genannte Deckshaus.

Bauphase - Trockendock Nimitzklasse

Es ist allerdings nicht möglich, einen Träger der Nimitz-Klasse komplett im Trockendock zu fertigen. Das Trockendock kann nur auf zehn Meter geflutet werden, und auch der Kanal zur Werft bietet nur begrenzten Raum.

Der Tiefgang eines voll ausgerüsteten Trägers liegt jedoch etwas über diesem Wert.

Darum wird der Träger so früh wie möglich vom Stapel gelassen und – unter Beachtung der Tide – an ein Tiefwasserpier von NNS am James River geschleppt, wo die weitere Ausrüstung des Rumpfes stattfindet.

Hierfür werden pro Schicht bis zu 2600 Werftarbeiter auf einem Träger eingesetzt. Nach der Ausrüstung führt die Werft eigene Probefahrten durch, danach nimmt die Navy das Schiff ab und damit in Besitz. Nach Testfahrten der Navy geht der Träger noch einmal in die Werft, in der die letzten gefundenen Probleme beseitigt werden. Erst darauf folgt die Indienststellung.

Für die komplette Bauphase eines Flugzeugträgers der Nimitzklasse werden rund 40 Millionen Personenstunden aufgewendet.

Namensgebung

Die erste Einheit und damit traditionsgemäß auch die Klasse sind nach Admiral Chester W. Nimitz benannt, der die US Navy im Pazifikkrieg geführt hat.

Sämtliche folgenden Träger wurden nach Politikern benannt.

Neben den Präsidenten Eisenhower, Roosevelt, Lincoln, Washington, Truman, Reagan und Bush senior wurde zwei Kongressabgeordneten die Ehre zuteil, Namenspatron eines Trägers diese Klasse zu sein.

Dies sind Carl Vinson, Abgeordneter aus Georgia, und John C. Stennis, Senator aus Mississippi. Beide hatten sich in besonderer Weise für den Ausbau der Marine starkgemacht.

Bei vier der Einheiten (Vinson, Stennis, Reagan und Bush) wurde mit der Tradition der US Navy gebrochen, Schiffe nur nach verstorbenen Personen zu benennen.

Bauphase - Inselaufbau der USS George H. W. Bush

Modernisierungen & Inspektionen

 

Schon aufgrund des zeitlichen Abstandes zwischen der ersten und der letzten Einheit der Klasse wurden technische Neuerungen in die im Bau befindlichen Einheiten integriert. Eine erste größere Veränderung ergab sich ab der Theodore Roosevelt. Diese erhielten zum Beispiel verstärkte Kevlar-Panzerungen im Rumpf. Modernere Bewaffnung wurde auf den letzten beiden Trägern von Werk an installiert, ebenso kleinere Veränderungen an Rumpf und Insel. Wesentliche Veränderungen erfuhr über die genannten Details hinaus die George H. W. Bush, die als eine Art Technologiedemonstrator für die nachfolgende Klasse von Flugzeugträgern dienen soll.

Auf älteren Trägern werden die kleineren Modernisierungen auf den regelmäßig stattfindenden Überholungen nachgerüstet. Diese nehmen für gewöhnlich weniger als zwölf Monate in Anspruch und können auf mehreren Werften durchgeführt werden, teilweise auch auf den staatseigenen. So werden im Pazifik stationierte Einheiten regelmäßig in der Puget Sound Naval Shipyard modernisiert.

Zusätzlich zu diesen kürzeren Werftliegezeiten muss jeder der Träger einmal in seiner Dienstzeit zu einer wesentlich umfassenderen Überholung, dem sogenannten Refueling and Complex Overhaul (RCOH), zurück in die Bauwerft nach Newport News. Als Halbzeitüberholung findet sie nach rund 25 Einsatzjahren statt. Während dieser Überholung wird der Kernbrennstoff der Reaktoren erneuert, so dass auch in der zweiten Lebenshälfte genug spaltbares Material für den Betrieb der Reaktoren bereitsteht. Viele Räume werden modernisiert, auch äußerliche Arbeiten an der Insel finden statt. Außerdem wird der gesamte Rumpf neu gestrichen, ferner werden die Propeller und Ruder aufbereitet.

Bis Juli 2009 lag die Carl Vinson als dritte Einheit zu ihrem RCOH bei Newport News Shipbuilding. Die Kosten hierfür liegen bei fast zwei Milliarden Dollar für über 20 Millionen Personenstunden. Als vierte Einheit lag die Theodore Roosevelt von 2009 bis 2013 in ihrer Bauwerft, mittlerweile liegt dort die Abraham Lincoln.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

© Fotos v.o.n.u.v.l.n.r.: U.S. Navy